Scham

untenrum nackt

Neulich auf Tumblr lief mir doch glatt eine amerikanische Feministin über den Weg, die sich darüber echauffierte, dass die deutschen Frauen ganz besonders arm dran wären, weil sich die Namen ihrer Geschlechtsteile vom »Schämen« gebildet hätten. Da musste ich sie leider sofort in die Schranken weisen, denn auch wenn der Wortstamm derselbe ist, hat sich die Scham als verhüllender Begriff für die Vulva verselbständigt. Damit einhergehend natürlich auch die Schamlippen (die, wie auch immer sie aussehen, niemals ein Grund sind, sich zu schämen). Aber der Tag, an dem ich mir als Deutscher von einer Amerikanerin sagen lasse, wie verklemmt wir Deutschen sind, der wird niemals kommen. Ist doch Amerika quasi das Synonym gewordene Land permanenter Verklemmtheit, Prüderie und Doppelmoral. Es waren die Amis, die Tumblr gereinigt haben, nicht die Deutschen. Dämliche Emanze, kein Zahn im Maul, aber La Paloma pfeifen, das hab ich gern.
Und nun? Der eine sagt Scham, der andere sagt Fotz, beide meinen das gleiche und ich kann mir vorstellen, wer von beiden mehr Spaß hat.


2 Gedanken zu “Scham

  1. Derzeit tobt ein regelrechter Krieg zwischen Feministinnen und traditionellen Schulmedizinern um die Deutungshoheit. Pudenda (lat. Scham), Schamlippen, Schambereich hat angeblich diskriminierenden Charakter und sei deshalb nicht politisch korrekt und soll durch den neutralen Begriff „Geschlechtslippen“ ersetzt werden. Zudem sei Jungfernhäutchen (Hymen) medizinisch nicht korrekt (was sogar stimmt). Dennoch sind das traditionelle Begriffe der medizinischen Literatur die beim Liebesspiel und im erotischen Roman eher selten Verwendung finden. Es gibt eine Strömung der nicht emanzipatorischen Frauenliteratur die die Begriffe Yoni und Lingam aus dem Sanskrit nutzt. Wir haben in Deutschland ja sonst keine Probleme…

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  2. Geschlechtslippen wird mir nie über die Lippen kommen, ehrlich nicht. Und manchmal hätte ich nicht übel Lust, die sich selbst so bezeichnenden Vorkämpferinnen an ihren Schamlippen aufzuhängen, sodass sie vielleicht wieder einmal eine normale Perspektive einnehmen. Über das Jungfernhäutchen habe ich zum Glück noch nie was geschrieben, es zu durchstoßen hat mir völlig gereicht, danach war es eh weg.
    Ich werden in den kommenden Monaten das Thema »neue Emanzipation« immer wieder mal aufgreifen. Natürlich mit einem schönen Nacktbild garniert. Danke für deinen Beitrag.

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