Whataboutism

Der Ursprung, nämlich das lateinische Argumentum ad hominem war für die Überschrift ein bisschen zu lang und hätte vermutlich auch kein Schwein verstanden. Außerdem ist Whataboutism (auch Tu-quoque-Argument genannt) ein Spezialfall. Gemeint ist hier die Diskussions- und Argumentationsstrategie, auf einen Einwand oder Vorwurfs des Gesprächspartners mit dem Einwand »Und was ist mit …? (and what about …?)« zu reagieren.

nackte frau sitzt auf einer steinmauer
… auf der Lauer sitzt ne kleine Vamp(e)

Als Beispiel, ich stand heute in Gedanken vor Gericht und musste mich des Vorwurfs der Verbreitung von Pornographie (der natürlich lächerlich wäre), erwehren. Mein flammendes Plädoyer, es gäbe andere, die machten es in viel größerem Ausmaß, mit viel schlimmeren Perversionen und mit Gewinnerzielungsabsicht, würde, glaube ich, nicht unbedingt ziehen. Das würde nämlich als Whataboutism ausgelegt. Oder verunglimpft. Denn genauso wie es falsch ist, Whataboutism zu betreiben, kann es falsch sein, jemanden dessen zu beschuldigen, es kommt eben immer darauf an. In dem geschilderten (hypothetischen) Fall hielte ich es für falsch, denn natürlich muss der Richter die gelebte Wirklichkeit, also die Realität, mit in sein Urteil beziehen. Denn sind wir mal ehrlich, was tut man? Weil man die Großen nicht bekommt (Server steht irgendwo in Absurdistan) hält man sich an die kleinen Fische und kann sich einen Orden ans Revers heften, weil man das Internet ein bisschen »sauberer« gemacht hat. Bravo!

The origin, namely the Latin argumentum ad hominem, was a bit too long for the title and probably no one would have understood it. Moreover, Whataboutism (also called Tu-quoque argument) is a special case. What is meant here is the discussion and argumentation strategy of responding to an objection or accusation of the interlocutor with the objection »And what about …?«. As an example, I was on court in thought and had to defend myself against the accusation of the distribution of pornography (which, incidentally, would be ridiculous). The argument that there are others who do it on a much larger scale, with much worse perversions and with a view to making a lot of profit, I don’t think, would necessarily pull. That would be interpreted as whataboutism. Or denigrated. Because just as it is wrong to do whataboutism, it can be wrong to accuse someone of it, it always depends. In the described (hypothetical) case I would consider it wrong, because of course the judge must include the lived reality in his judgement. Because let’s be honest, what do we do? Because you can’t get the big ones (server stands in the middle of fucking nowhere e.g. Molvanîa or Absurdistan) you stick to the little fishes and can attach a medal to your lapel, because you have made the internet a bit cleaner. Bravo!


3 Gedanken zu “Whataboutism

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