Geirangerfjord

Touristen sind auch ein politisches Thema, gerade in Zeiten von Flugscham und den unangenehmen Begleiterscheinungen des Massentourismus‘. Wir hätten nicht erwartet, ausgerechnet in Norwegen damit konfrontiert zu werden, aber genau so war es. Kein Norweger, der noch seine fünf Sinne beisammen hat, würde freiwillig im Sommer nach Geiranger fahren. Das ist ungefähr so abwegig, wie ein Bayer, der Schloss Neuschwanstein besucht. Das machen eigentlich nur japanische und amerikanische (und norwegische) Touristen. Vernunftbegabte Deutsche dürfte man dort vergeblich suchen.

nackte frau hoch oben über dem Geirangerfjord
Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung

Bergen? Großstadtgefühle, und zwar die unangenehmen. Geiranger? Ein Albtraum von Bosch’sens Außmaßen, Hieronymus. Nordkapp? Sehnsuchtsort der Bekloppten und Bescheuerten. Preikestolen? Verkehr wie auf der A81, nur zu Fuß. Die Liste ließe sich fortführen. Versteht mich nicht falsch, Norwegen ist toll, so lange man die Hotspots meidet. Vielleicht machen es die Norweger richtig. Indem sie die Touristenströme, von Land, vom Wasser und aus der Luft kanalisieren und zu dem vielleicht Dutzend Zentren des internationalen Tourismusinteresses lotsen, schaffen sie den Raum für das eigene Volk. Sollen sich die Idioten doch in Bergen und am Preikestolen gegenseitig auf die Füße treten, dann gehört uns wenigstens der Rest des Landes, immerhin noch 99,9%, so werden sie argumentieren. Die Norweger betreten diese Gegenden dann nur noch, wenn es sein muss (zum Arbeiten und Geldverdienen) und haben im Grunde ihres Herzen nur Verachtung für die ganzen Touristen übrig. Als bekennender Misantroph kann ich mir nicht vorstellen, wie man nach einer Woche Geiranger jemals überhaupt nur noch ein gutes Wort für die Gattung Mensch übrig haben kann.

Tourists are also a political issue, especially in times of flying shame and the unpleasant side effects of mass tourism. We didn’t expect to be confronted with this in Norway of all places, but it was exactly the same. No Norwegian who still has his five senses together would voluntarily go to Geiranger in summer. That’s about as absurd as a Bavarian visiting Castle Neuschwanstein. Only Japanese and American (and hopefully norwegian) tourists actually do that. One might look in vain for reason-gifted Germans there.
Bergen? Big city feelings, the unpleasant ones. Geiranger? A nightmare of Bosch’sens extremes, Hieronymus. North Cape? A place of longing for the dumb and stupid. Preikestolen? Traffic like on the A40, only on foot. The list could be continued. Don’t get me wrong, Norway is great if you avoid the hotspots. Maybe the Norwegians will do it right. By canalising the tourist flows, from land, water and air and directing them to perhaps a dozen centres of international tourism interest, they create space for their own people. If the idiots are to step on each other’s feet in Bergen and Preikestolen, then at least the rest of the country belongs to us, 99.9% after all, they will argue. The Norwegians only enter these areas when they have to (to work and earn money) and basically have their hearts set on contempt for all the tourists. As an avowed misantroph I can’t imagine how one can ever have one good word left for the human species after one week in Geiranger.
Translated with the help of Deepl.com


2 Gedanken zu “Geirangerfjord

    1. Weil du siehst, was du sehen willst. 😁
      Schön, dass es dir gefällt und sei froh, dass du nicht siehst, wie sich schon die ersten von fünfhundert Reisebussen pro Tag den steilen Berg hochquälen, damit die Kreuzfahrer hier auch ein Selfie machen können. Es gab sogar extra einen Platz an der Straße, neben/unter einem Wasserfall, den man für Selfies hergerichtet hatte. Ganz schön bekloppt alles.

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