Mit Haut und Haar

Der andalusische Abend kommt schnell und im Winter wird es empfindlich kalt, selbst im Süden Spaniens. Tagsüber ist es hingegen fantastisch, angenehme zwanzig Grad und selbst der Sonnenschein ist erträglich und Balsam für die nordeuropäische Haut. Und das Haar. Allerdings hat mir die Sonne erzählt, dass in in den vergangenen fünf Jahrzehnten einen enormen Schwund an Haar gab, an Körperhaar. Zuerst waren die Frauen dran, seit den Siebzigerjahren geht es mit ihnen rapide bergab. Sie rasieren sich, was das Zeug hält. Und warum? Weil jemand Geld verdienen will.

halbnackte frau sitzt auf einem mäuerchen in andalusien

Es ist nicht schöner.
Es ist nicht gesünder.
Es ist nicht hygienischer.
Es ist nichts weiter als Konsens.
Es ist nichts weiter als totaler Quatsch.
Sie machen es nur, weil es alle machen. Und alle machen es, weil jemand reich werden will. Führt euch das vor Augen: Die Aktienbesitzer von Gillette und Wilkinson wischen sich euretwegen den Arsch mit goldenem Klopapier ab.

Was im Orient schon seit Jahrtausenden usus ist und im Mittelmeerraum unwesentlich kürzer, ist in Nordeuropa eigentlich unüblich und in der Regel auch unnötig. Für mich sind feine Köperhärchen ein einzig Aphrodisiakum und damit stehe ich nicht alleine. Nur spricht niemand darüber. Die Härchen an Armen, Beinen unter den Armen oder auf den Brüsten stören nicht beim Sex, sie stören nicht beim Streicheln (im Gegenteil), sie stören gar nicht bei gar nichts. Sie zu entfernen ist ein Schönheitsideal. Es muss nicht eures sein, es muss nicht eures bleiben. Es kostet Blut, Schweiß und Tränen, sie zu entfernen und ihr verliert dadurch mehr als ihr gewinnen könntet.

Good Hair Day

The Andalusian evening comes fast and in winter it gets very cold, even in the south of Spain. During the day it is fantastic, pleasant twenty degrees and even the sunshine is bearable and balm for the northern European skin. And the hair. However, the sun has told me that in the past five decades there has been an enormous loss of hair, of body hair. At first it was the women’s turn, since the seventies they have been rapidly going to the dogs. They shave their hair as hard as they can. And why? Because someone wants to earn money.

It’s not nicer.
It’s not healthier.
It is not more hygienic.
It is nothing more than consensus.
It is nothing more than total nonsense.
They only do it because everyone does it. And everyone does it because someone wants to get rich. Imagine this: the stockholders of Gillette and Wilkinson are wiping their asses with golden toilet paper because of you.
What has been usus for thousands of years in the Orient and is insignificantly shorter in the Mediterranean, is actually unusual in the northern hemisphere and usually unnecessary. For me, fine twill hairs are a unique aphrodisiac and I am not alone with that. Only nobody talks about it. The hairs on the arms, legs under the arms or on the breasts do not disturb during sex, they do not disturb during stroking (on the contrary), they do not disturb anything at all. Removing them is an ideal of beauty. It doesn’t have to be yours, it doesn’t have to stay yours. It costs blood, sweat and tears to remove it and you lose more than you could gain.


4 Gedanken zu “Mit Haut und Haar

  1. sehr schöne Worte zu einem sehr schönen Bild.
    Ja, ein paar Härchen finde ich auch überhaupt nicht störend im Gegenteil. Wenn man z.B. die Vulva liebevoll streichelt, fühlt es sich sehr schön an und wenn die Härchen noch nass werden .. oh, einfach schön

    Gefällt 1 Person

    1. Was erzählst du denn da? Es fühlt sich eben nicht besser an! Sonst würden wir es ja machen. Probiert, ja klar und ich bereute fast jede Minute. Es fühlte sich Scheiße an und es war in der Zeit des Nachwachsens die Hölle. Wie man es nur freiwillig tun kann, bleibt mir ein Rätsel. Und zur Zunge sei gesagt: Ziemlich viele Männer, die genau mit diesem Argument kommen, tun sich dann in der Realität nicht unbedingt als jene hervor, die auch gerne und ausgiebig lecken. Die Zunge ist ein vorgeschobenes Argument, damit es die Frauen gerne machen. Aber es lässt an Enthusiasmus später genau in dem Maß zu wünschen übrig, wie es gebraucht hat, den Wunsch zu äußern.
      Es ist ungesund. (von Hautärzten bestätigt)
      Es ist unästhetisch. (persönliche Meinung)
      Es sendet die falschen Signale aus. (Kindermuschis)
      Es verstärkt den Wunsch nach kosmetischen OPs der Schamlippen.
      Es fühlt sich merkwürdig stumpf an.
      So sieht's aus
      Ich renne doch keinem Trend hinterher, der durch die amerikanische Pornoindustrie der Achtzigerjahre entfacht wurde. Ihr macht das einzig und alleine, weil es euch eingeflüstert wurde, weil es euch suggeriert wird, weil damit Geld zu verdienen ist. Follow the money, letztlich geht es immer um das liebe Geld. Ich kenne bestimmt ein gutes Dutzend Frauen, die sofort einen Eid darauf schwören würden, dass sie besseren Sex hatten, als sie wieder behaart waren. Und was soll ich sagen? Das hat nichts mit ihren Schamhaaren, sondern vielmehr mit ihrem Liebhaber zu tun.
      Jemanden nicht nur zu tolerieren, sondern mit Haut und Haar und ganz und gar zu akzeptieren, kann weitaus geiler sein und machen, als ein glattrasierter Sack oder Venushügel. Das sind nur Äußerlichkeiten. Und genau darum geht es in unserem Blog ja nicht oder nicht nur.

      Gefällt 1 Person

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