Schöpfungshöhe

Copyright oder ©; ich kann es langsam nicht mehr sehen, ehrlich. Vor allem, wenn man sich anguckt, welche Bilder alle ein Copyright bekommen: Da frage ich mich unwillkürlich, an welcher krankhaften Form von Selbstüberschätzung leiden die, die ihre nichtssagenden Fotos damit verzieren? Was glauben sie, damit zu erreichen? Etwas eine Aussage wie »O, da ist ein Copyright drauf, das muss ja jemand sein!«? Ich bin selbst Fotograf, aber ich bin dafür, das Konzept von Copyright auf Fotografien über den Haufen zu werfen.

nackte frau am oberlauf der ardeche

Denn sind wir doch mal ehrlich, was hat ein Mensch geleistet, der in Paris seinen Apparat auspackt und ein Bild vom Eiffelturm macht? In der Regel überhaupt nichts. Und das reicht? Das ist dieselbe Schöpfungshöhe, wenn ein anderer sagt: »Meine Fresse, ist der hoch, Mann!«
Bilder, die schützenswert sind, sollten deutlich mehr Merkmale aufweisen, als das eine, nämlich wer den Auslöser gedrückt hat. Ist mir als kreative Leistung nicht genug. Es ist nichts besonderes drauf, er hat kein Licht gesetzt, er hat den Turm nicht verändert, er hat nichts gemacht, außer zu zielen und abzudrücken. Das Gesetz müsste dringend überarbeitet werden. Aber leider geht die Rechtsprechung in die genau andere Richtung, es kommt zum Beispiel immer öfter vor, dass Sätze oder Satzteile, ja manchmal nur Wörter geschützt werden sollen, damit sie kein anderer verwenden darf. Lächerlich und zum Kotzen, es geht um Profit, nichts anderes. Und nicht etwa, weil man es sich verdient hat, sondern, weil man das Recht dazu hat. Finde ich ekelhaft. Anish Kaapor hat sich gegen Geld das superschwärzeste Schwarz (Vantablack) schützen lassen, damit kein anderer damit Kunst herstellen kann. Unglaublich, dass wir so etwas zulassen. Aber das war ein Eigentor, zwei Jahre später hat jemand ein noch schwärzeres Schwarz erfunden und ausdrücklich erklärt, dass es frei verwendbar ist und auch in Zukunft bliebe. Unbezahlbar zwar, aber theoretisch wenigstens nutzbar.

Copyright or ©; I can’t stand it anymore, honestly. Especially if you look at which pictures all get a copyright: So I ask myself involuntarily, what pathological form of overconfidence do those suffer who decorate their meaningless photos with it? What do they think they can achieve with it? Something like «Oh, there’s a copyright on it, that must be somebody»? I’m a photographer myself, but I’m for throwing the today’s concept of copyright on photographs overboard.

For let’s be honest, what has a man done who unpacks his apparatus in Paris and takes a picture of the Eiffel Tower? Usually nothing at all. And that’s enough? It’s the same height of creation when someone else says: «My face, it’s high, man!»
Pictures that are worth protecting should have significantly more features than the one, namely who pressed the shutter button. Not enough for me as a creative achievement. There’s nothing special about it, he hasn’t set any light, he hasn’t changed the tower, he hasn’t done anything but aim and shoot. The law urgently needs to be revised. But unfortunately the jurisprudence goes in exactly the opposite direction, it happens more and more often that sentences or parts of sentences, sometimes even only words, are to be protected so that no one else is allowed to use them. It is ridiculous, it is about profit, nothing else. And not because you’ve earned it, but because you have the right. I find that disgusting. Anish Kaapor has had the super-blackest black (Vantablack) protected against money, so that no one else can produce art with it. Unbelievable that we allow such a thing. But that was an own goal, two years later someone invented an even blacker black and expressly declared that it is freely usable and would remain so in the future. Priceless indeed, but theoretically at least usable.


5 Gedanken zu “Schöpfungshöhe

  1. gibt es nicht sogar schon Einschränkungen oder Verbote z.B. Bauwerke wie den Eiffelturm zu fotografieren?
    Grundsätzlich geb ich Dir Recht, heutzutage wird oft versucht Motive, Worte etc. zu schützen, wahrscheinlich nur um später Geld zu verlangen, weil Irgendwer unwissentlich Missbrauch betrieben hat..
    Aber nun zu den schönen Dingen im Leben, Esther ist mal wieder perfekt getroffen und es ist schön sie anschauen zu können

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    1. Stimmt, das hat aber andere Gründe. In Belgien und Frankreich gibt es sozusagen ein Copyright auf ein Gebäude, oder auf die Beleuchtung (so beim Eiffelturm). Da darf man dann die Bilder nicht ohne weiteres weiterverbreiten, da diese Länder die Panoramafreiheit nicht kennen, oder sie dort nicht gilt. Das ist heuer auch in Hamburg der Fall, die blaue Beleuchtung vom Hafen ist geschützt und darf zu kommerziellen Zwecken nicht unlizensiert verwendet werden. Das gilt aber in D. nur so lange das keine dauerhafte Beleuchtung ist. In dem Moment, wäre es mit dem Schutz vorbei. Und den Hafen in HH darf man wenigstens in FB oder sonstwo verbreiten.

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