Rasiermesserscharf

Deutsch ist nicht tot, ja, es ist nicht einmal richtig krank, doch so wirklich gut geht es dem Deutschen nicht. Und damit meine ich nicht die Auswüchse wie, ich hab Rücken oder gehst du Schule? Ich konzentriere mich auf die, die es besser wissen müssten: Journalisten, Autoren und Übersetzer. Dass die Hürden, solche Jobs zu bekommen, seit Jahren immer niedriger werden, hat nicht nur dazu geführt, dass wir täglich mit merkwürdigem Inhalt (neudeutsch: Content) überschwemmt werden, sondern auch, dass die zum Teil abenteuerliche Ausdrucksweise auf die seriösen Schreiber abfärbt. Ich fange einfach mal mit dem Teppichmesser an.

Frau mich hübscher Hängebrust und Achselhaar
Wesentlich ästhetischer als verhunzte Sprache

Das gute alte Teil, mit den rasiermesserscharfen Klingen, was seit dem 9.11.2001 urplötzlich auf der Journalistenbildfläche auftauchte. Dieser Allerweltsgegenstand war auf einmal in aller Munde und nach und nach wurde das Teppichmesser durch den Cutter ersetzt, klingt ja auch abgeklärter. Polizisten klingen längst nicht so cool wie Cops und Pistolen sind echt Old School im Vergleich zu Revolvern oder gleich Colts. Nun bringen solcherlei Anglizismen es mit sich, dass man von einigen Leuten nicht verstanden wird. Ich stelle mir vor, dass es einige Leserbriefe zum Thema Cutter gab. Aber anstatt zum guten, alten Teppichmesser zurückzukehren, erfanden die Journalisten einfach das Cuttermesser. Die News-Suche bei Google nach dem Stichwort Cuttermesser spuckt 2.300 Treffer aus. Die Suche nach dem Teppichmesser führt noch, aber wer weiß, wie lange noch?

Liebe Publizisten, ein Teppichmesser bleibt ein Teppichmesser, egal, was man damit schneidet: Teppich, Tapeten, Fotos, Papier, Karton, Folie oder Halsschlagadern. Ich weiß, es klingt etwas merkwürdig und die Verbindung vom Teppich zum Verbrechen ist ziemlich absurd. Aber glaubt mir, es wird durch das Cuttermesser nicht besser, im Gegenteil. Wie der weiße Schimmel und das kalte Eis zeugt das Cuttermesser nur davon, dass ihr nicht richtig Deutsch und in diesem Fall. dass ihr auch nicht richtig Englisch könnt.
Bevor ihr jetzt einwendet, dass sich die Sprache verändert usw., muss ich sagen: In diesem Fall nein, neu renoviert ist auch nach dreißig Jahren immer noch einen Lacher wert, damit kann man immer noch die Spreu vom Weizen trennen.

Xyresic

I feel very sorry for our English speaking Followers, but today we have an untranslatable issue. Perhaps I may explain it to you. German journalists often have to work with text which was translated from English. And the translators not always do their job really good. I give you an example: The English word Frontline has the German translation Front. That’s all and that’s obviously not enough for all those stupid journalists and translators at the press agencys, because tey translate it to Frontlinie. That’s really embarassing.

This article is about the carpet knife. We used it many years until 9/11. The fact that the terrorists used carpet knifes for their assaults sounded so weird that most people said cutter instead. So did the German journalists. But after that they had to answer to many reader’s letters what cutter means and so they decided to turn it into a Cuttermesser. This is like a grey grey horse or cold ice.


3 Gedanken zu “Rasiermesserscharf

  1. Liebe Esther und lieber Tilmann,
    ich gebe euch da völlig recht, die deutsche Sprache verkommt langsam und wird zur Lachnummer. Es wird zwar viel von Rückkehr zur deutschen Sprache gesprochen, aber aus Worten sollten dann auch Taten folgen. Also ich kann euren Beitrag nur begrüßen, Denn bei mir heißt es noch ganz altmodisch Weihnachten und nicht X-Mas, ich versuche auch in Besprechungen durch nachfragen zu einzelnen Anglizismen die Verfasser dazu zu bringen, die „Fremdworte“ in einer verständlichen Art zu erklären um Ihnen so einen Spiegel vor die Nase zu halten.
    Ich wünsche euch für die Feiertage und für´s Neue Jahr, bleibt so wie ihr seid, habt Freude am Leben und lasst öfter mal was von euch hören.
    Detlef

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Alterschwede (das war eigentlich mal mein allererster Blog, vor zehn Jahren)

    danke für die guten Wünsche, jetzt über die Feiertage werden wir sicher auch wieder neue Bilder posten und nicht nur den alten Kram. Aber wenigstens hat das alte Bild jetzt mal neuen Text bekommen. Du und ich wissen aber schon, dass wir vergeblich kämpfen. Unser einziger Trost bleibt, dass wir nicht mehr allzu lange leben und es so nicht weiter mitansehen müssen. Deutsch wandelt sich und auch, wenn wir das doof finden – wir sind machtlos. Da helfen auch solche Beiträge nichts, oder in Verlegenheit gebrachte Kollegen nicht. Das sind nur Rückzugsgefechte von uns …

    Liken

  3. was für ein schöner Anblick, das verdeckte Gesicht, trotzdem vermag man Esthers Blick erkennen…
    Die Achselbehaarung und die hängende Titte…
    einfach ein anregendes Bild

    Gefällt 1 Person

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