Supernova

Journalistenschelte ist nicht etwa eins meiner Hobbys. Ein geifernder Besserwisser, der jeden Tag drei Leserbriefe schreibt, weil ein Journalist einen Genitiv vergessen hat, bin ich nun wirklich nicht. Ich schreibe alle halbe Jahr einen, aber dann muss das Versäumnis deutlich größer sein, ein Epic-Fail würde man heute vielleicht sagen. Wenn diese gravierende Fehlleistung Eingang in die Massenmedien findet, ist es höchste Zeit, dagegen anzuschreiben. Wenn sie Eingang in die Fachpublikationen gefunden hat, ist eigentlich alles zu spät.

halbnackte Frau vor einem Sonnenuntergang
Wenn das Teil explodiert, entsteht Sternenstaub

Rechts oben im Bild sieht man die Sonne, in ein paar Millarden Jahren ist sie ein heißer Kandidat für eine Supernova und spätestens dann wird das Zwei-Grad-Ziel der Erderwärmung überschritten. Als Supernova bezeichnet man nämlich eine Sternenexplosion, vereinfacht gesagt. Jetzt haben Wissenschaftsjournalisten den Auftrag, wissenschaftliche Publikationen (neudeutsch: Papers *kotz*), in eine Sprache zu übersetzen, die interessierte Laien auch verstehen. Für mich etwas naiven Amateurschriftsteller würde das heißen, ich schreibe entweder: »Es gab/gibt eine Supernova (Sternenexplosion)«, oder ich schreibe: »Es gab/gibt eine Sternenexplosion (Supernova genannt).«

Für gelernte(sic!) Journalisten bedeutet es, sie schreiben, es gab eine Supernova-Explosion. Da schlagen sie drei Fliegen mit einer Klappe. Erstens vermeiden sie die (hässliche) Klammer, zweitens halten die Laien sie dann für gebildet und drittens halten Experten sie für Idioten. Wobei den dritten Fakt bekommen sie gar nicht mehr mit, denn sonst würden sie es ja lassen. Dass echte Wissenschaftler der Journaille dann letztlich etwas skeptisch gegenüberstehen, kann man verstehen. Deswegen verfassen jene dann auch viel lieber wissenschatliche Publikationen. Und die Journalisten (die diese Wissenschaftler sowieso kaum verstünden) schreiben Agenturmeldungen ab oder um. Geht auch schneller und hält die Kosten kalkulierbar.

Quellen:
Spektrum der Wissenschaft
Welt der Physik
scinexx

Supernova

Scolding journalists is not one of my hobbies. I’m really not a drooling know-it-all who writes three letters a day because a journalist has forgotten a genitive. I write one every six months, but then the omission must be much greater, an epic fail would perhaps be called today. If this serious failure finds its way into the mass media, it is high time to write about it. When it has found its way into the specialist publications, it will actually be too late.

In the upper right corner of the picture you can see the Sun, in a few billion years it will be a hot candidate for a supernova and at the latest then the two degree goal of global warming will be slightly exceeded. A supernova is a stellar explosion, simply put. Now science journalists have the task of translating scientific publications into a language that interested laypeople can understand. For me, a somewhat naive amateur writer, this would mean that I either write: „There was/is a supernova (stellar explosion)“, or I write: „There was/is a stellar explosion (called supernova).

For trained journalists it means that they write that there was a supernova explosion. They kill three birds with one stone. Firstly, they avoid the (ugly) bracket, secondly, laypeople then think they are educated and thirdly, experts think they are idiots. But the third fact they don’t even notice anymore, because otherwise they wouldn’t do it. It’s understandable that real scientists are a bit sceptical about the journalists. That’s why they prefer to write scientific publications. And the journalists (who hardly understand these scientists anyway) copy or rewrite agency reports. This is also faster and keeps the costs calculable.


6 Gedanken zu “Supernova

  1. Herrlich…
    Eigentlich gleich zu setzen mit einem „Super-GAU“.
    Immer wieder schön zu lesen und man merkt doch gleich, daß praktisch niemand weiß was ein „GAU“ ist… 😅🤔😉

    Gefällt 2 Personen

  2. wieder der sinnliche Blick von Esther.. gerne möchte man
    ihre weichen Brüste berühren oder es genießen, wenn Esther einen damit berührt .. ein Traum

    Liken

Schreibe eine Antwort zu Esther nackt Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s