Drapieren

Drapieren gehört zu den Wörtern, die der gemeine Fremdwortbenutzer gerne mal mit einer Vorsilbe bedenkt, in diesem Fall hin. Bei recherchieren ist es nach, bei addieren ist es dazu, bei erinnern zurück. Bei oktroyieren ist es auf und bei reduzieren ist es runter, bei selektieren ist es aus, beim senken ist es herab, bei probieren und lavieren ist es herum und bei interpretieren ist es rein, bei spiegeln ist es wider, bei delegieren ist es weg, bei leugnen ist es ab und bei blanchieren ist es an. Also, Holzauge sei wachsam, denn Fremdwörter sind Glücksache.

Leider machen es nicht nur Laien, sondern in zunehmendem Maße auch Journalisten. Kann man gut beobachten, wenn man beim Google-Suchergebnis auf News klickt. Das liest sich wie das Who-is-Who der Presselandschaft. Dabei sind nicht nur die fragwürdigen Angebote wie T-Online sondern die Welt genauso wie der Deutschlandfunk, Kicker natürlich, Bild, der Standard, und sehr viele andere. Von Ausselektieren bis wegkompensieren, von ARD bis ZDF, alle sind beteilig, eine riesige Verschwörung der Ahnungslosen, der Faulen und der Dummen diskreditieren eine ganze Branche, die in den letzten Jahren eindeutig am falschen Ende gespart hat.


7 Gedanken zu “Drapieren

  1. Meines Erachtens nur der Versuch, auch dem letzten Schrat auf „intelligente“ Weise etwas näher zu bringen. Aber so, dass es dem „tatsächlich“ Zuhörenden oder Mitlesenden noch intelligent vorkommt. Dass sich die Schöpfer solcher Neuwörter nur selbst in die Eier treten und sich lächerlich machen, scheint ihnen egal zu sein.

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    1. Was muss ich neulich lesen? Eine seltene Rarität. Dass eine Rarität nichts anderes als selten bedeutet, schien dem Verfasser nicht einzuleuchten. Zieht man von einer Rarität, das selten ab, was bleibt dann noch? Nichts. Das muss man als Schreiberling doch merken! Pustekuchen.

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  2. Die Sprache spiegelt eben nicht nur den Verstand, sondern auch den Unverstand wider…
    Immerhin ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass es noch ein paar „Urgesteine“ wie dich gibt, die nicht nur aufmerksam lesen und berechtigte Kritik üben, sondern auch dazu anregen über die Verwendung von Fremdwörtern nachzudenken, bevor man sie verwendet.
    Übrigens: appetitlich drapiert -zum Anbeissen!

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    1. Ich lasse meinen Hintern nicht anbeißen. Dazu bin ich … keine Ahnung, zu devot vermutlich. Ich selbst habe natürlich nichts dagegen, in einen weichen oder knackigen zu beißen. Wer bin ich denn, dass ich wählerisch sein könnte? Oder wollte. Nicht vergessen, eins … zwei … drei … Baum. Sonst bist du verloren.

      W A M P E E E
      Wenn ich nur auf dem Schwanz so dicke Adern hätte wie auf der Hand. Wäre ich längst Penismodel geworden.

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  3. Jaaaa.. Es gibt nicht Wenige, die lieber schweigen würden. So ganz nach dem Motto „Fremdwörter sind nicht mein Rechaud“ 🤔
    Und da schließe ich mich gerne an.. Sehr appetitlich drapiert, in Szene gesetzt und festgehalten.

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    1. Danke fürs Kompliment! Man selbst ist natürlich nie (mit sich) zufrieden. Hätte gerne einen dickeren Hintern und dünneren Bauch, aber ich rauche nicht mehr. Ist ja auch was wert. Vielleicht kann man nicht alles haben, jedenfalls nicht ohne erhebliche Mühe. Und so lange mir die Herzen der Damen wie dir auch so zufliegen, bin ich einfach zu faul. Also falls ich mal ein Bild von mir aus der Muckibude poste, wisst ihr, ich hatte in der Zeit davor zu wenig Frauen. Nur Körbe. Das wiederum kann ich mir kaum vorstellen, denn Charme und Wortgewandtheit sind Attribute, denen sich manche Frauen nicht entziehen können. Tollerweise sind das dann auch jene, auf die ich es abgesehen habe, ergänzt sich also wunderbar. Das mit dem Charme ist natürlich nur eine Behauptung von mir …

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      1. Wer komplett mit sich zufrieden ist, der gibt sich auf und bleibt stehen.

        Einen dickeren, knackigeren Hintern und einen dünneren, flacheren Bauch kann man sich sicher erträumen und sind zweifelsohne hübsche Attribute, aber nun mal auch sehr leicht vergänglich. Dein Verzicht auf’s Rauchen jedoch überaus real und langfristig attraktiv. Auch ich schätze Charme und Wortgewandtheit, denn sie sind unvergänglich und überdauern jegliche Träume und Altersgrenzen.

        Ich denke diese Behauptung darfst Du ohne Bedenken in die Welt setzen… 😊

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