Wiedergutmachung

Manche Dinge sind nicht wiedergutzumachen. Andere hingegen kann man locker wieder gut machen. Wenn auch nicht unbedingt wiedergutmachen. Ich weiß nicht, ob ihr es gemerkt habt, die Rechtschreibreform war in Deutschland ein ziemlicher Reinfall. Andere Länder hatten uns gewarnt, es zu tun, zum Beispiel Norwegen. Seit deren Reform dort ist kein Stein mehr auf dem anderen geblieben und jeder schreibt, wie er will, kaum einer hingegen noch richtig. Ganz so, wie es dann auch bei uns kam.

Die schlimmste Baustelle ist seit Anbeginn die Getrenntschreibung. Die Zusammenschreibung hat verloren, zumindest auf lange Sicht. Das Handy ist, was das betrifft, auf einmal gar nicht mehr so smart. Sondern ehrlich gesagt strunzdumm. Und den meisten Leuten ist es egal, sie schicken weg, was das »smarte« Phone ihnen vorschlägt. Und ich muss es dann lesen, aber wehe, wenn ich was sage. Du Korinthenkacker; du Besserwisser; Mann, ist doch egal; ich war in Eile; ich schrieb beim Fahren; keine Ausrede ist zu blöd, um nicht dafür herhalten zu müssen, die eigene Faulheit zu kaschieren.

Aber geschenkt, viel schlimmer (ihr ahnt es sicher schon), ist die Tatsache, dass selbst die Journalisten, die es besser wissen müssten, keine Ahnung haben, aber sofort mit ihrem verkackten Duden wedeln, statt selbst einmal nachzudenken. Denn eins ist völlig logisch: Immer wenn der Sinn entstellt oder verändert wird, dann bleibt die Zusammenschreibung absolute Pflicht. Seht euch das Verb wiedergutmachen an. Man kann ein Versehen, einen Ausrutscher, eine Gemeinheit vielleicht wiedergutmachen. Das heißt, man bittet um Entschuldigung oder macht ein passendes Geschenk oder was auch immer. Aber man kann natürlich auch ein Versehen, einen Ausrutscher, eine Gemeinheit wieder gut machen. Wer den Unterschied bemerkt, sollte in Zukunft im Zweifelsfall immer(!) zusammen schreiben, oder deutlich besser noch, zusammenschreiben. Bitte, bitte.


8 Gedanken zu “Wiedergutmachung

  1. Seit ich Tilmann kenne, bin ich beim Schreiben immer extrem vorsichtig. Obwohl, Tilmann mag es kaum glauben, ich doch eher zu denjenigen gehöre, die nicht gar so viel falsch schreiben. Wenn ich auf der Arbeit E-Mails erhalte, die von Geschäftsführern, Abteilungsleitern etc. verfasst wurden, sträuben sich gar mir die Achselhaare!
    Ich könnte Tilmann vorschlagen, dass immer wenn ich etwas gut mache, er seine vorherige Kritik wiedergutmacht, und mich wieder auf den Leckstuhl setzt. Dem würde ich mich nicht widersetzen. 🤪

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  2. Bin selbst nicht der große Experte, was die Rechtschreibung betrifft, aber ich bemühe mich zumindest. Und bevor ich auf abschicken klicke, nochmals durchlesen! Auch mir sträuben sich die Haare, wenn ich manche Postings lese. Es kann doch nicht wirklich soviel Analphabeten geben?! Ist es Legasthenie oder einfach nur Faulheit? Ich bemühe jedenfalls! Und bin kein Erbsenzaehler! Eine halbwegs ordentliche Rechtschreibung ist auch ein Zeichen der Hoefflichkeit und Respekt! Meine Meinung!

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  3. Es ist wirklich traurig mitanzusehen, wie unsere wunderbare Sprache täglich ein bißchen mehr zu Grabe getragen wird. Also: Bitte nicht aufhören deine kritischen Worte (wie so oft mit beispielhafter Wortgewandtheit!) so oft wie möglich zu wiederholen, um damit (hoffentlich!) verloren gegangenes Sprachgut wieder zu holen.
    Übrigens: ein wieder gut gemachtes Stimmungsfoto👏

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  4. Von mir kann man auch nicht immer behaupten, ich sei der Rechtschreiber vorm Herrn. Ganz zu schweigen von Tippfehlern. Aber wenn ich so einige Posts in Fratzenbock lese, wo ich auch ab und an unterwegs bin, dann frage ich mich auch, wo unsere Sprache noch enden soll.
    Und ganz schlimm sind die Übersetzungen von Google, Facebook und dergleichen. Ich kotz manchmal echt im Strahl.

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    1. Solange ihr beiden weiterhin angenehm wenig Stoff auf euren Fotos zeigt, kannst du hier so viel Stoff verarbeiten wie dir in den Sinn kommt. Macht sowohl Spaß zu gucken als auch zu lesen.

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