Meine Fresse

Vielleicht hat es schon jemand bemerkt, ich bin dazu übergegangen, vermehrt meine Fresse zu schreiben, wenn ich Erstaunen und Entrüstung Unglauben und Verwunderung gleichzeitig ausdrücken will. Statt? Ja genau, statt What the Fuck! Wir (die Gesamtheit der Deutschsprecher) müssen ein bisschen aufpassen, unseren Wortschatz nicht zu sehr auszudünnen.

Meine Fresse, der ist nackt!

So schön uns fuck und wtf auch gefallen, wenn wir nicht ein bisschen abwechseln, stehen wir eines Tages ziemlich ausdruckslos da. Das war’s dann mit dem Volk der Dichter und Denker. Bei uns reichts dann höchstens noch zum Volk der Sucker und Fucker. Soviel ich mich erinnern kann, ist es die Synchronisation von Forrest Gump gewesen, die ihm meine Fresse in den Mund gelegt hat. Man sieht förmlich Forrests Mutter vor sich, die ihn ermahnte, keine Schimpfwörter zu benutzen. Nur meine Fresse, das ging. Was gut ist für ihn, ist auch gut genug für mich! Meine Fresse!

In den Achtzigerjahren hatten wir das noch nicht nötig, selbstverständlich wurden damals auch die Schimpfwörter übersetzt und synchronisiert. Das hat neben all den anderen guten Effekten auch ein paar unvergessliche Momente der Filmgeschichte hervorgebracht. Wer könnte jemals den Bruce-Willis-Ausspruch »Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke« vergessen? Ich halte jede Wette, dass die Szene im Original (»Yippie-Ya-Yeah, Motherfucker«) niemals jene ikonische Popularität hatte, wie in der deutschen Synchronfassung. So viel zu mir heute zum Tag der Muttersprache. Nicht vergessen, man spricht Deutsch!

Bugger me!

Perhaps someone has already noticed, I have started to write more and more meine Fresse when I want to express astonishment and indignation, disbelief and amazement at the same time. Instead of? Yes, instead of What the Fuck! We (the entirety of German speakers) have to be a little careful not to thin our vocabulary too much.

As much as we like fuck and wtf, if we don’t take a little bit of a break, we’ll be standing there one day quite expressionless. There goes the nation of poets and thinkers. With us, it was enough to the people of suckers and fuckers. As far back as I can remember, it was the dubbing of Forrest Gump that put meine Fresse in his mouth. You can just see Forrest’s mother in front of him, telling him not to use bad language. Just meine Fresse, it worked. What’s good for him is good enough for me! Meine Fresse!

In the eighties we didn’t need this yet, of course the swear words were translated and dubbed back then. That, along with all the other good effects, produced some unforgettable moments in film history. Who could ever forget the Bruce Willis saying «Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke»? I make every bet that the scene in the original („Yippie-Ya-Yeah, Motherfucker“) never had that iconic popularity as in the German dubbed version. So much for me today on Mother Tongue Day. Don’t forget, we speak German!


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