Oh Brother …

This is one of the Seven Sisters at one of the Seven Seas. Und in der deutschen Version hätte die Überschrift kein »h«, das ist nämlich nur einer der unsichtbaren Anglizismen. O Gott! So heißt es im Deutschen, bitte nicht vergessen, liebe Deutschsprecher. Falls es nicht schon längst zu spät ist.

»In« ist der nächste Irrsinn, der mich in den Wahnsinn treibt. Kaum ein Tag vergeht, an dem man nicht hört oder liest »… in 2019 wurde …«
Das ist Blödsonn, liebe Leser. Im Deutschen lässt man das »in« weg und schon klingt der Satz schöner und nicht nach nachgeäffter Modernität aus Übersee. Übrigens haben wir 2020 nach gar kein Foto gemacht und 2019 längst nicht so viele, wie die Jahre davor. Zweimal ein »in« eingefügt und der Satz klingt nach wichtigtuerischer Scheiße. Lasst es in drei Gottes Namen, lasst es einfach weg. In ist out!

Die sechs anderen Schwestern waren weder nackt noch da

»Einmal mehr« muss ich micht über gedankenloses Übernehmen unsichtbarer Anglizismen ärgern, denn eigentlich heißt es im Deutschen »wieder einmal« und im Englischen »once more.« So weit, so gut, nur leider tendiert der deutsche Journalist zum falsch Übersetzen und der Deutsche zum Nachäffen, was er in der Presse hört und liest.

»My name is, my sign ist, my number is …« was für ein wunderbares Lied von Meghan Trainor. Mein Name ist Hase, ich weiß von nix. Schön wärs. Im Deutschen sollte es lauten: »Ich heiße Tilmann …«
Seit unserer ersten Englischstunde wissen wir das! Journalisten ausgenommen, für die gilt das nicht, denen und deren Arbeitgebern sind Schulbildung, akkurates Arbeiten und Sprache nicht so wichtig. Damals in der Schule war klar, »My name is Paul«, lautet auf Deutsch, »Ich heiße Paul«. Einen Tag Deutschlandfunk gehört, belehrt einen eines besseren. Ganz ehrlich, ganz furchtbar. In vierundzwanzig Stunden hört man es ungefähr zweiundsiebzigmal falsch. Und warum überhaupt? Eitelkeit, nichts anderes. Man sollte meinen, dass Leute im Öffentlich-rechtlichen Rundfunk genug verdienen, aber nein, sie müssen auch noch berühmt werden. Wollen. Peinlich, wenn sie dabei nicht einmal ihre Muttersprache beherrschen.


3 Gedanken zu “Oh Brother …

  1. Finde ich gut, dass du darauf immer wieder hinweist.

    Zu viele Menschen wissen gar nicht, dass in diesem ganz klar umrissenen Zeitraum, in dem die deutsche Sprache aus dem Nichts heraus erschaffen wurde, auch ganz klare Regeln bzgl. Veränderungen festgelegt wurden und die wichtigste von ihnen lautet: Die deutsche Sprache kann sich nicht weiterentwickeln, ganz besonders nicht a) durch Einflüsse von außen oder b) durch die, die sie sprechen. Alles Andere käme einem Aufruf zur Anarchie gleich.

    Gefällt 1 Person

    1. Da merkt man dann doch den Generationenunterschied zwischen uns. Und natürlich ist es dein gutes Recht, so etwas modern zu finden und den Sprachwandel zu begrüßen. Das mache ich übrigens auch, aber ich beschränke mich auf Fälle, wo es in unserer Sprache eine Bereicherung ist, davon gibts im Blog ja auch genug Beispiele. In diesem Fall habe ich mich auf die etwas blöderen und nicht so offensichtlichen Anglizismen beschränkt, die in meinen Augen keinesweges eine Bereicherung sind, sondern bestenfalls überflüssig.
      Ich verdamme nicht jeden Anglizismus per se, aber ich begrüße auch nicht gleich jede neue Marotte.

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