Sommer 2020

Ich bin gepannt, ob der Sommer 2020 im kollektiven Gedächtnis bleibt als der traurige Sommer, den wir drinnen erleben mussten, oder ob die allgemeine Hysterie sich wieder ein bisschen legt. Es wird jedenfalls allerhöchste Zeit für zivilen Ungehorsam. Die Willkür der Polizei muss endlich aufhören. Mal darf man auf der Parkbank sitzen, mal nicht, mal nur zwei Minuten und das ist nicht von Land zu Land verschieden, sondern auch noch von Stadt zu Stadt und was das Schlimmste ist, von Polizist zu Polizist. Das ist Polizeiwillkür und meine Nase hat noch keinem Ordnungshüter gepasst. Bei den polizeilichen Übergriffen jetzt kriege ich so einen Brass wie zuletzt 1984 und der Volkszählung. Das war damals natürlich lächerlich im Vergleich zur Überwachung heute, aber trotzdem war die Staatsmacht empfindlich, denn die Zeiten der RAF war noch nicht so lange her oder gar vorbei.

Nackte Frau auf dem U-Bahnhof Heidelberger Platz
2018, Corona in der Bahn, Prost! — 2020, Corona in der Bahn, Lynchmob!

Das ist kein Gewaltaufruf, aber es ist ein Aufruf, es anders zu machen. Lasst euch nicht alles gefallen. Nehmt nicht alles widerspruchslos hin. Lasst euch nicht jede Freiheit nehmen. Klar, Eiscafes und Biergärten sind dicht, aber alleine oder zu zweit auf einer Bank zu sitzen und ein Eis zu essen soll verboten sein? Den Paragraphen will ich sehen! Nein, die Polizei darf nicht alles und auch nicht alles verbieten! Die Medien überbieten sich in ihrer Hörigkeit gegenüber der Staatsmacht, dass einem schlecht wird. Nein, ich bin keiner, der je Lügenpresse schreit, aber dieses servile Bekunden, wie toll wir sind und alles richtig machen, ist zum Kotzen. Wo sind die Gegenstimmen? Im ÖR-Fernsehen sicher nicht. Da kommt nur, wie toll wir uns alle an die Beschränkungen halten. Von den Scheißübergriffen der Bullen und der Scherrifs, der Sicherheitsleute und privaten Denunzianten berichten sie selten bis gar nicht.

Schade, dass ich kein Single bin. Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich jede Nacht woanders sein. Alles ficken, was Titten hat und auf zwei Beinen läuft. Nur alleine, um meine Art des zivilen Ungehorsams zu leben und mich auszudrücken. Klar, ist nicht jedermanns Ding, aber irgendwas habt ihr auch, was man euch verbieten kann und wird. Dann denkt an meine Worte oder lasst es besser gar nicht erst so weit kommen! Seid Ungehorsam! Macht ein Rendez-Vous, geht Eis essen, holt ein Bier am Kiosk und trinkt in der Sonne. Lasst euch nicht alles nehmen, lasst euch nicht alles gefallen.

Summer 2020

I am curious to see whether the summer of 2020 will remain in the collective memory as the sad summer we had to experience indoors, or whether the general hysteria will subside a bit. In any case, it will be the highest time for civil disobedience. The arbitrariness of the police must finally stop. Sometimes you are allowed to sit on the park bench, sometimes not, sometimes only for two minutes and that doesn’t differ from country to country, but also from city to city and what is the worst, from policeman to policeman. That is police arbitrariness and my nose has never fit any law enforcement officer. With the police assaults now I get such a brass like last time in 1984 and the census. Of course that was ridiculous at the time compared to the surveillance today, but still the state power was sensitive, because the times of the Rote Armee Fraktion were not so long ago or even over.

This is not a call to violence, but it is a call to do it differently. Don’t put up with everything. Don’t take everything without contradiction. Don’t let every freedom be taken away. Sure, ice cream parlors and beer gardens are closed, but sitting on a bench alone or in pairs and eating an ice cream should be prohibited? I want to see that paragraph! No, the police may not forbid everything and not everything! The media outbid themselves in their bondage to the state power that one gets sick. No, I am not one to ever scream liar press, but this servile declaration, how great we are and do everything right, is disgusting. Where are the votes against? Not on P.R. TV, they’re not. It’s just how great we all are at staying within the constraints. They seldom or never report about the fucking assaults of the cops and sherrifs, the security guards and private informers.

Too bad I’m not single. If I could do what I wanted, I’d be somewhere else every night. Fucking anything with tits and walking on two legs. Just alone, to live my way of civil disobedience and express myself. Sure, it’s not everybody’s cup of tea, but there’s something you can and will be forbidden. Then remember my words or better not let it come to that! Disobey! Make a rendezvous, go for ice cream, get a beer at the kiosk and drink in the sun. Don’t let them take everything!


10 Gedanken zu “Sommer 2020

  1. Wenn unser Gesundheitssystem so aufgestellt wäre, wie der werte Herr Spahn es anfangs so überzeugt posaunte, und die Hospitäler auf Fingerschnipp hätten ausreichend umrüsten können, könnte man deinem Protest zustimmen. Dann verbreitet das Virus weiter, werdet krank, und wer es überlebt ist am Ende glücklich, wer es nicht überlebt wird betrauert. Ist dann natürliche Auslese. So würde ich es nennen.
    Ich bin nun wirklich keiner, der übervorsichtig Verbote und Einschränkungen einhält. Da ich aber der Ansicht bin, dass die nicht indigene Menschheit schon genug getan hat um ihrer Umwelt, ihrem Lebensraum zu schaden, dann sollte man jetzt schon darauf achten, sich eben nicht von einem Virus plattmachen zu lassen. Das gibt uns wenigstens die Möglichkeit des Umdenkens nach der Pandemie. Und wenn eine Virusausbreitung mit einem Kontaktverbot einigermaßen einzudämmen ist, dann sollte man es berücksichtigen. Erst recht nach der nackten Bloßstellung unserer Regierungen, die eben NICHT gut aufgestellt und gegen die Pandemie gerüstet ist. Unser Gesundheitssystem ist einen Scheiß wert wie man sieht. Ebenso kotze ich jetzt schon im Strahl, wenn es darum geht, Kleinunternehmen finanziell zu helfen. Und erst recht, wenn es darum geht, unsere gerade so hochgelobten Helfer im Gesundheitsbereich endlich besser zu entlohnen. Die Erhöhung fällt doch auch wieder nur in Trinkgeldhöhe aus. Darüber können wir uns jetzt schon mal ärgern. Und dagegen können wir auch protestieren. Aber entschuldige, wenn wir diesmal nicht unbedingt derselben Meinung sind. Aber die Polizei war schon immer der Arsch der Nation. Braucht man sie ist alles ok. Aber wehe wenn sie mal um unser Wohlsein zuliebe etwas tun müssen. Jetzt sind sie wieder die Buhmänner.
    Ich verstehe das mit dem Öffentlichkeitsaufenthalt auch nicht so recht. Jedoch ist das ja nicht das Problem der Polente, sondern der einzelnen Länder, Städte und Gemeinden. Gegen sie müssen wir protestieren, dass es eine EINHEITLICHE Regelung sein müsste. SIE sind die Arschlöcher. Die Polente macht nur ihren Job nach deren Vorgabe, genau wie der Arbeiter in Rüsselsheim einen Opel zusammenwerkelt und keinen VW. Und dann versetze dich mal in die Lage eines Bullen. Allzeit bist du Aggressivität und momentaner Ignoranz ausgesetzt. Da liegt manch einem Scherriff auch mal der Nerv blank, genau wie dem genervten Ehemann der urplötzlich gegen seine Familie vorgeht. Und wen ruft die Ehefrau dann? Jene die wir nicht leiden können.
    Täte mir echt leid, wenn ich bei dir nun auf Unverständnis stoße. Aber es sind die Gesetzgeber die wir anprangern müssen. Nicht die Ausführenden Organe. Sagen wir alle „Hand in Hand gegen das Regierungsvirus“, ich wäre dabei.

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    1. Ich bin durchaus bei dir, aber zur Zeit gibt es gefühlt zu viel Willkür und Durchsetzung unnützer Verbote. Dagegen bin ich, nicht allgemein gegen alles, was das Virus eindämmt. Aber momentan bringt es das Schlechteste in den Menschen zum Vorschein. Machtgeilheit und Denunziantentum. Darauf reagiere ich nun mal allergisch. Warum Eisdielen in Frankfurt zumachen müssen, hat mir noch niemand aus der Sicht der Befürworter erklären können. Man muss den Leuten auch mal kleine Lichtblicke gönnen, wie ein Eis auf der Parkbank. Wenn das nicht mehr geht? Und es gibt Polizisten, die machen ihren Job mit Augenmaß und es gibt solche, die ziehen knallhart die Richtlinie durch. Jedermann muss das Recht haben (hat er) und es als seine Pflicht ansehen (tun wenige), unsinnige Verordnungen zu hinterfragen und gegebenenfalls zu boykottieren.

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      1. Das unterschreibe ich ja auch in gewissem Maße. Man sollte halt ebenfalls dieses knallharte Durchziehen hinterfragen.
        Ich war vor kurzem im Supermarkt an der Kasse. Dirket hinter mir ein junger Mann, der von Abstand halten wohl nichts mitbekommen hat. Ich wies ihn darauf hin. Und was bekomme ich zur Antwort? Ich solle mich nicht so haben, und er ließe sich nicht sagen was er zu tun und zu lassen hätte. Ok, ich nahm es so hin und nannte ihn nur ein ignorantes Arschloch.
        Tja, und das entgegenet auch einem Polizisten. Da mag er morgens seinen Dienst antreten, ist mit Augenmaß unterwegs, und bittet höflich um Respekt vor der Verordnung. Steht dann aber permanent solchen Antworten und Vernunftlosigkeit gegenüber. Denn die Wenigsten hinterfragen, sondern sind sofort im Pöbelmodus. Und bis zur Mittagspause ist das Augenmaß verschwunden. Ab nun gilt Dienst nach Vorschrift. Und die Vorschriften entwirft ja nun nicht er.
        Dieser Polizist ist übrigens jemand aus meinem Bekanntenkreis. Und er ist tatsächlich einer der seinen Beruf zwar ernst nimmt, aber absolut nicht brottrocken durchzieht und stets mit einem Augenzwinkern absolviert.

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          1. *lach*. Nun, wie man sieht haben es beide Seiten nicht leicht. Ich sage ja auch nur, dass ich manch Polizisten verstehen kann. Genau wie uns, die wir gerne mal hinterfragen. Und wieder einmal zeigt es uns auf, was „MITEINANDER“ zu bedeuten hätte, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre.

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