Unter Palmen

Warum ist eigentlich immer, wenn der grüne OB von Tübingen, Boris Palmer, einen Tweet heraushaut danach Polen offen? Weil er kein Dogmatiker ist. Das nehmen ihm seine Parteifreunde übel. Er ist Grüner. Also muss er in deren Augen auch alles andere sein: links, alternativ, antifaschistisch, weltoffen, queer, gendergerecht und feministisch hoch zwei, also alles Attitüden, mit denen Grüne und andere Alternative sich gerne schmücken.

Jetzt hat er die Unverschämtheit, ab und an die Wahrheit zu sagen. Zum Beispiel: »Die allermeisten der deutschen Coronatoten waren Leute, die wären in einem halben Jahr sowieso gestorben.« Traurig aber wahr. Dafür wird er gerade gekreuzigt. Als deutscher Politiker 2020 ist es gefährlich, die falschen Wahrheiten auszusprechen. Es sei denn, man ist rechtsaußen, dann ist sowieso alles egal. Aber links? Das geht nicht! Dabei ist die Debatte, was wir alles ertragen sollen, um ein paar Leutchen noch länger röcheln zu lassen, keine, die man nicht führen sollte. Im Gegenteil.

Ich weiß nicht, was richtig ist, Boris weiß es nicht, Frau Merkel nicht und viele andere auch nicht. Aber man muss wenigstens darüber diskutieren. Weil er so etwas sagt, heißt es nicht automatisch, dass alle über achtzig jetzt plötzlich um ihr Leben bangen müssen. So stellen sich seine Kritiker jedenfalls an. Das war genauso, als er was über problematische Flüchtlinge sagte und ist jetzt wieder so. Armer Boris, in den Augen vieler Parteifreunde ein Ultrarechter. Dabei spricht er nur das Naheliegende aus. Wir verbieten uns das Denken, wenn wir jedem Shitstorm Glauben schenken.


9 Gedanken zu “Unter Palmen

  1. Ich frage mich was dieses Gefasel über die Todesstatistik soll. Jeder, und davon gibt es einige, der meint nachweisen zu müssen, dass die Todesstatistik in Deutschland ja so gut wie gar nicht durch Corona beeinflusst ist, hat massiv verkannt, worum es hier eigentlich geht. Es sieht zur Zeit tatsächlich so aus, dass wir es schaffen könnten den Infektionsindex so klein halten zu können, dass sich das mit der Todesstatistik auch nicht fundamental ändert. Dabei helfen aber keinesfalls solche Aussage von pseudo Wissenschaftlern, die Kerner schauen und sonst auch wissen was auf Facebook los ist. Ein klitzekleiner Seitenblick nach Süden und Westen zeigt uns ganz schnell wie idiotisch diese Diskussion ist. Sorry, aber da musste mal raus…

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    1. Vielleicht wollte ich nur wissen, ob überhaupt jemand mitliest. Aber nein, das wäre zu einfach. Ich bin nicht dafür, alles zu lockern und aufzugeben. Aber diskutieren können und mir verschiedene Meinungen anhören, ohne dafür in obskure Telegram-Gruppen zu müssen, das will ich schon.

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  2. Es gibt da ja eine Menge Leute die es wagen zu denken, dass Mutter Natur sich momentan für all das rächt, was man ihr schon zu lange Zeit angetan hat. Oder man mag es nun als Verschwörungstheorie sehen, weil angeblich jemand absichtlich das manipulierte Virus freisetzte. Und selbst wenn es eins von Beiden wäre, dann kann man ruhig darüber nachdenken und sich dementsprechend äußern. Sicher ist jedenfalls, dass es sich hierbei nicht um irgendeinen Krieg dreht, in dem irgendwelche Vollidioten den Befehlen von irgendwelchen Fanatikern folgen, und blindlinks mal eben alles erschießen oder ausrotten was vor die Flinte kommt. Es ist ein Virus, das es sich leicht macht, indem es Vorbelastete und Schwache befällt, die es dadurch wegrafft. Also wie es in der Natur schon immer der Fall war. Die Alten, die Kranken und Schwachen haben das Nachsehen. Die Starken und Immunen führen die Evolution fort.
    So ist eben die Natur. Alles andere ist Manipulation. Siehe Krähenfüße und Lachfalten, oder Schlauchbootfratzen. Siehe Hängetitten oder Silikonmöpse. Und siehe eben auch Virusanfällige und Virusresistente.

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  3. es ist sicherlich alles gerade sehr schwierig, ich schwanke manchmal zwischen den Extremen, weiter so oder alles öffnen unabhängig von der Anzahl der Todesfälle.. ich denke den wirtschaftlichen Aspekt darf man nicht ganz vergessen …
    Egal wie, ich erfreue mich jedenfalls an Esthers herrlichen Glocken und könnte mir jetzt glatt einen von der Palme wedeln

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    1. Alles öffnen, wäre schon sehr krass, Zustände wie in New York oder schlimmer will keiner von uns. Aber eine Gesellschaft in Angst und Agonie, in Duckmäusertum und einer Situation, wo jeder vor jedem Angst hat, ist auch richtig Scheiße. Wie man jetzt sieht. Manchen mögen die Distanz ja willkommen heißen, aber es gibt durchaus noch andere Menschen und nicht nur Autisten. Und uns tut das zur Zeit eben auch sehr weh. Dass man zusehen muss, dass alles Vertrauen, was wir in Jahrzehnten zueinander aufgebaut haben, wieder den Bach runter geht.

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      1. letztlich meinte ich ja auch alles um jeden Preis zu öffnen wäre sicherlich nicht gut, siehe New York, Italien etc. Aber vorsichtig, meinetwegen mit Maske.. aber versuchen ein bisschen Normalität zurückzubringen

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