Schengen

Nein, in Schengen ist das Bild nicht entstanden, die Mosel ist dort bereits ein Kanal, eine Schiffahrtsstraße. Das hier ist in Südfrankreich. Man muss sich das mal vorstellen, wir waren dort vor einem Jahr. Sind einfach losgefahren. Als einzige Vorberetitung im logistischen Sinn hatten wir das Navi auf dem Handy. Sonst nix.

Nackte Frau vor einem Baum am Fluss
Rausgehen, ausziehen, das geht immer noch. Nur nicht mehr wo man will.

Wir haben uns keine Visa besorgt. Wir haben nicht dreimal kontrolliert, ob wir Pässe oder Ausweise dabei haben. Wir haben uns nicht eine Woche vor Abfahrt bei der Sparkasse Devisen besorgt, labberige Francs, so groß wie ein Bettlaken. Wir haben uns nicht um eine Unterkunft bemüht, oder eine reserviert. Wir haben vor der Abfahrt nicht die Webseite vom Auswärtigen Amt gecheckt, nichts. Nicht einmal nach dem Wetter haben wir großartig geguckt. Einfach drauflos, ins Blaue, als wäre wir beide gerade achtzehn und unbekümmert. Wem haben, wem hatten wir das zu verdanken? Der Politik. Den Politikern. Der EU. Jawohl, der Europäischen Union. Ich sag euch, eines Tages werdet ihr was merken, werdet ihr erst dann merken, was euch fehlt, wenn sie weg ist.


6 Gedanken zu “Schengen

  1. Was für ein bezaubernder Anblick auf das Natürlichste der Welt!
    Ja, wir „Älteren“ können uns noch erinnern, wie das früher war.
    Ich denke, dass viele noch gar nicht wissen, was eigentlich auf uns zukommen wird…Spaltung, Hass, Intoleranz, Unterdrückung und die Macht des Stärkeren sind gerade allgegenwärtig. Was wird aus der EU, die beispiellos offenbart hat, wie hilflos sie im Notfall ist?
    Was passiert hier eigentlich gerade?
    Ich weiß nicht, ob man das hierzulande noch nicht wahrhaben will?
    Die Menschen leben noch in ihrer Wohlfühl-Oase. Noch!
    Deutschland bricht gerade, wie viele andere Länder, vollkommen ein.
    Was kommt danach?

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    1. Aus der EU wird das, was wir aus ihr machen und da die Deutschen hauptsächlich daran interessiert sind, ihr Geld zusammenzuhalten, ist die mittelfristige Prognose für den Zusammenhalt in der EU und für die EU als Einheit alles andere als rosig. Wenn der Deutsche Michel ’ne Mark sparen kann, stellt er sich doch gerne in der glühenden Sonne zwei Stunden an der Grenze in den Stau bei der Ausreise. Hauptsache, er muss seine teuer verdienten Euros nicht den faulen Griechen, den korrupten Spaniern und den kriminellen Italienern in den Rachen schmeißen. Der gemeine Deutsche Michel ist halt nicht nur gerne Denunziant, sondern auch ein bisschen doof – und beschränkt, was seinen Horizont angeht.

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  2. bezugnehmend auf den Untertitel des Bildes muss man unabhängig von Corona sagen, dass es immer schwieriger wird ein schönes Plätzchen zu finden wo man nackt sein darf ohne Stress wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses zu bekommen..

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